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Frauenkirche Dresden
Eines der architektonisch reizvollsten Kirchengebäude Europas steht in Dresden. Die Frauenkirche zieht die Touristen nicht nur wegen ihrer Architektur, sondern auch wegen ihrer Geschichte magisch an.
Frauenkirche in Dresden
© Idefix 1985 / PIXELIO
Die evangelisch-lutherische Frauenkirche ist nicht nur aufgrund ihrer Architektur, sondern besonders wegen ihrer Geschichte sehenswert. Der barocke Monumentalbau prägt den Dresdner Neumarkt wegen seiner Größe aber auch wegen der Schlange, in die sich jeden Tag hunderte Touristen anstellen, um die Kirche im Inneren und von der Plattform zu besichtigen. Experten bezeichnen das Gebäude als eines der architektonisch reizvollsten Kirchengebäude Europas.
Bauwerk
Der barocke Sakralbau findet seine Besonderheit in der Kuppel, die vollständig aus Sandstein gefertigt wurde und über 12.000 Tonnen wiegt. Aufgrund ihrer Höhe von 24 m und dem Durchmesser von 26 m gilt sie als die größte steinerne Kuppel nördlich der Alpen. Der geschwungene Kuppelanlauf lässt den Eindruck einer Glocke entstehen.
Während des Wiederaufbaus wurden alte und neue Steine ineinander gefügt, wodurch eine durch dunkle Steine durchbrochene helle Fassade entstand. Hierdurch soll auf die Geschichte der Frauenkirche aufmerksam gemacht werden.
Im Inneren der Kirche findet man fünf halbkreisförmig angeordneten Emporen in beeindruckender Schönheit. Klare zentrale Ausrichtungen auf Kanzel, Taufstein, Altar und Orgel sind zu erkennen.
Altar in der Frauenkirche
© Erdeundmeer / PIXELIO
Entstehung
Die Frauenkirche wurde an der Stelle erbaut, an der schon im 11. Jahrhundert eine kleine romanische Kirche stand. Da die Kirche für die wachsende Zahl der Gottesdienstbesucher nicht mehr ausreichte beschloss der Rat der Stadt Dresden im Jahre 1722 eine neue Kirche zu bauen. Am 26. August 1726 konnte der Grundstein des barocken Neubaus gelegt werden. Der Architekt und Ratszimmermeister George Bähr übernahm die Planung des Projekts, erlebte dessen Vollendung am 27. Mai 1743 aber nicht mehr. Der Aufsatz eines Kuppelkreuzes war z.B. so von Bähr nicht gewollt gewesen. Der Bau kostete damals 288.570 Taler und wurde hauptsächlich aus Spendengeldern finanziert. Da es damals noch keine Kräne und Bagger gab mussten 19.000 Kubikmeter Erdreich über eine geneigte Ebene von Pferdegespannen bewegt werden.
Frauenkirche nach 1945
© W.Keßler / PIXELIO
Zerstörung im 2. Weltkrieg
In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 brannte die Frauenkirche nach dem Luftangriff britischer und amerikanischer Bomber vollständig aus. Die beschädigten Pfeiler konnten die Last der gewaltigen Gewölbekonstruktion mit der steinernen Kuppel nur kurz tragen. Die Kirche fiel wenige Stunden nach dem Angriff, am Vormittag des 15. Februars, in sich zusammen.
Mahnmal in der DDR
In der DDR blieb der Trümmerberg im Stadtzentrum von Dresden über 40 Jahre lang Mahnmal gegen den Krieg.
Wiederaufbau nach der Wende
Nach der Wende wurde der Ruf nach dem Wiederaufbau der Frauenkirche immer lauter. Trotz heftiger Diskussionen wurde am 27. Mai 1994 der Grundstein der neuen Frauenkirche gelegt. Die Gegner des Wiederaufbaus befürchteten den Verlust eines Kriegsmahnmals und sahen in dem Projekt mehr einen Neubau als Wiederaufbau. Dennoch war die Spendenbereitschaft der Menschen größer als erwartet. Im Herbst 2005 konnte der Wiederaufbau schneller als geplant abgeschlossen werden. Die Baukosten für das gesamte Vorhaben beliefen sich auf 182,6 Mio Euro. Gut 100 Mio Euro davon waren Spendengelder.
Adresse / Kontakt
Neumarkt
01067 Dresden
Heute
Der Weihegottesdienst fand am 30. Oktober 2005 statt. Seit dem steht die Frauenkirche allen Dresdnern und Touristen täglich von 10 bis 18 Uhr zur Besichtigung offen. Sie dient desweiteren regelmäßig als Ort für Konzerte und Veranstaltungen. Heute soll sie zum Symbol der Versöhnung werden.
Tags: Barock, George Bähr, Kirche, Kirchen, Luftangriff, Neumarkt, Sandstein, Weltkrieg, Wiederaufbau
(10.04.2009)
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